Raumluftunabhängige Kaminöfen
Immer dann, wenn in besonders dichten geschlossenen Wohneinheiten
Dunstabzugshauben, Abluftventilatoren oder kontrollierte Be- und Entlüftungsanlagen
betrieben werden, kann in der Wohneinheit ein gefährlicher Unterdruck
dazu führen, dass Rauchgase aus der Feuerstätte austreten und somit
eine nicht unerhebliche Gefahrenquelle dastellen.
Um dieses zu verhindern, verlangen viele Bezirks-Schornsteinfegermeister,
an Stelle eines normalen Kaminofens
z.B. einen raumluftunabhängigen Kaminofen einzusetzen.
Bei Recherchen im Internet sind wir jedoch darauf gestoßen,
dass es nur wenige Geräte am Markt gibt und von großer Auswahl
keine Rede sein kann.
Dazu kommt noch, das diese Art von Kaminöfen häufig teurer sind als
herkömmliche Kaminöfen und dass für diese Art von Feuerstätten oft falsche und
irreführende Bezeichnungen in den Produktbeschreibungen verwendet werden.
Kaminöfen bei denen die Möglichkeit besteht einen direkten
Anschluss an eine Frischluftzufuhr herzustellen, sind nicht automatisch
sofort raumluftunabhäng, sondern werden als Kaminöfen mit externem
Frischluftanschluss bzw. mit externer Luftzufuhr bezeichnet.
Ein echter raumluftunabhängiger Kaminofen hat nicht nur einen
externen Luftanschluss, sondern zusätzlich eine selbstverriegelnde
Ofentür und eine Zulassungsnummer (Z-...-Nr.) des Deutschen Instituts für
Bautechnik (DIBT).
Der normale Bauart-1-Kaminofen mit externem Luftanschluss trägt nur
das Ü-Zeichen, die DIN-Prüfnummer bzw. die EURO-Norm-EN-Nummer
und muss nach diesen Normen nur eine selbstschließende Ofentür,
aber keine selbstverriegelnde Tür haben.
Wir haben im Internet Anbieter gefunden, die raumluftunabhängige
Kaminöfen mit nicht selbstverriegelnder Ofentür anbieten.
Es ist uns wichtig an dieser Stelle klarzustellen, dass nach unserem
Kenntnisstand solche Öfen nicht die Anforderungen an
Raumluftunabhängigkeit erfüllen und von den zuständigen
Bezirks-Schornsteinfegermeistern nicht als raumluftunabhängig
akzeptiert werden müssen.
Als Abkürzungen für den Begriff "raumluftunabhängiger Kaminofen"
haben wir die Kürzel RLU und RUA gefunden.
Inwieweit man sich jedoch auf die Verkaufsbezeichnungen und
Artikelnummern verlassen kann, konnten wir bislang noch nicht
endgültig klären.
Hinzu kommt noch, dass diese noch relativ junge Ofentechnik einige Gefahren
birgt, die man nicht unterschätzen sollte.
Besonders gefährlich ist es, wenn man einen vermeintlich echten
raumluftunabhängigen Kaminofen angeschafft hat und nicht bemerkt,
dass die Raumluftunabhängigkeit nach einiger Zeit verloren geht
und Rauchgase durch Undichtigkeiten am Türrahmen in den Wohnraum austreten.
Dieses Problem entsteht in erster Linie immer dann, wenn z.B. Türrahmen nicht
mehr dicht am Ofenkorpus anliegen.
Ursache hierfür kann Wärmeverzug am Türsystem, Verschleiss oder Schrumpfung von
Türdichtungen oder auch dass nachlassen des Anpressdrucks des Schließmechanismus sein.
Die Alternative: Der Unterdruckwächter
Bei gleichzeitigem Betrieb von Lüftungsanlagen und Feuerstätten ist in vielen
DIBT-Zulassungen für Lüftungsanlagen vorgeschrieben eine "Sicherheitseinrichtung"
einzubauen.
Gemeint ist hiermit z.B. ein Unterdruckwächter oder eine Unterdruckerfassung
auch Differenzdruckschalter oder Luftdruckwächter genannt.
Solche Geräte vergleichen die Druckverhältnisse im Haus mit dem Außendruck.
Sobald eine gewisse Druckdifferenz von dem Gerät gemessen wird, wird ein Impuls
an die kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage gesendet und die Anlage schaltet
ab, bzw. wenn die Gefährdung nicht mehr besteht wieder ein.
Diese Technik kann auch den oft so unbeliebten Kontaktschalter am Küchenfenster ersetzen.
Die meisten Dunstabzughauben neigen nicht dazu auf kleiner oder mittlerer Betriebsstufe
einen gefährlichen Unterdruck zu erzeugen und bei Verwendung des z.B. P4 von Huber
können diese Schaltstufen meistens betrieben werden, ohne abgeschaltet zu werden.
Erst wenn der Unterdruck für länger als 2 Minuten unter 4 Pascal fällt, reagiert das Gerät
und schaltet die Gefahrenquelle vorübergehend ab.
Hierdurch wird erreicht, dass keine schädlichen Gase aus der Feuerstätte
in den Wohnraum "gesaugt" werden.
Auf der Homepage von Huber kann man unter www.luftdruckwaechter.de weitere
Informationen hierzu einholen.
Wenn ein solcher Druckwächter eingesetzt wird, genügt der Einbau eines Kaminofens
mit externem Frischluftanschluss.
Dem Kunden steht bei dieser Gerätegruppe eine erheblich größere und auch preisgünstigere
Auswahl an Kaminöfen zur Verfügung.
Es sind inzwischen verschiedene Sicherheitseinrichtungen am Markt, die auch über das
Internet oder den Elektrofachhandel lieferbar sind.
Neben dem bereits erwähnten "P4" von der Erich Huber GmbH (www.luftdruckwaechter.de),
gibt es aber auch noch andere Produkte, wie z.B. den "USA" von der Ulrich Brunner GmbH
(www.brunner.de), den "Safety-Manager C-4611" von der Schrag GmbH (www.schrag.de)
oder den "Differenzdruckschalter DS-01" von der Wodtke GmbH (www.wodtke.com).
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